Die letzten paar Wochen war viel los. Lange Arbeitstage, ein Bierchen dazwischen und danach wieder ins Office – während die anderen  „da draussen“ das Leben geniessen. Ja… aber in einer Woche liege ich am Strand (*), lasse mir die Sonne auf die Haut brennen, werde mich durch das längste Buffet fressen, im grössten Pool plantschen – der Welt, versteht sich und meinen Drink schlürfen ;) Auf meinen „eigenen“ Engel bin ich auch gespannt. Der Bericht darüber folgt ;)

Posing Man

Quelle: sxc.hu (Darkwater)

Hier beschäftigt mich aber im Moment  ein ganz anderes Thema. Das erste Mal nach meinem Teenager-Alter wird mir wieder bewusst, wie es sich anfühlt von Menschen ignoriert zu werden, ein „Nichts“ zu sein. Es fühlt sich auf gut Deutsch „Scheisse“ an. Wenn ich kein grosses Ego hätte würde es mich wohl auch verletzen – in den Fälle hier kann ich aber „irgendwie“ nur darüber grinsen.

Wie kommt sowas? Ich bin hier mit meinen 1.85 Meter mindestens 10 Zentimeter zu klein, 20 Zentimeter zu wenig breit, wohl ca. 10-20 Kilogramm zu leicht und trage meinen Job, Position, Geld & Co. nicht nach aussen. Keine D&G Klamotten, kein Hugo-Boss Hemden. Dafür „nur“ Diesel Jeans, Zara, S. Oliver  & Co. und zwischendurch darf es auch einmal ein H&M T-Shirt darunter sein. Es existieren hier zwei Welten die Gegensätzlicher nicht sein könnten. Auf die eine Seite sind die Menschen arm, haben kaum genug Geld für das tägliche Essen. Auf der anderen Seite hat man das Gefühl, dass es den Menschen gut geht. Jeden Abend Ausgang, grosse Party am Wochenende und teure Klamotten. Dieser Eindruck täuscht. Es sind nur ein paar Prozente welche dieses „Poser“ Leben führen. „Dumm“ ist nur, dass ich mich auch in dieser Szene bewege, da es die netteren Locations (… und wenn ich ehrlich bin, die hübscheren Frauen *g*) sind und es für mich immer noch sehr günstig ist.

Da ist man also „gestylt“ im Ausgang und wird konsequent ignoriert in dieser Szene. Es kommt mir so vor, als wäre ich in meiner Jugend in Bauernklamotten ins Kaufleuten (… das war damals noch kein Kindergarten und war wirklich IN und VIP) gegangen! Von den Frauen wird man nur eines Sekunden-Blickes gewürdigt:

Ich habe keinen Autoschlüssel, die Marken fehlen an Hemd & Hose auch und stark & gross bin ich für hier nicht (… aber ein tolles Smartphone hätte ich anzubieten *g*). Kein Treffer. Also next! Bei den Männern ist es noch ein wenig krasser. Ich will an einem dieser Exemplare vorbei? Das ist ein Problem. Er wird nicht weggehen. Sorry? Entschuuuldigung? Nein. Da hilft nur schieben und dafür gibt es einen bösen Blick von der gesamten Tussi-Truppe, welche sich um den Mann herum gescharrt hat ;)

Und nun kommt der Moment, welcher ich liebe!

Ihr oberflächlichen Idioten! Wenn das Euer Leben ist. Dann viel Spass damit. Eifersucht, falsche Menschen, falsche Freunde, falsches Leben. Nein danke! Den Mist habe ich genug lange erlebt und wenn Du mein lieber Mann wüsstest, was ich in meinem Leben mache und was für einen Job & Position ich habe… wärst Du der Erste, welcher ein Kollege von mir sein möchte! Und zu Hause liegt bestimmt auch noch ein Anzug & Co. von Hugo Boss herum… nur interessiert mich die Marke eben nicht mehr. Darum weiss ich es auch nicht genau.

Mehr dazu gibts eigentlich nicht zu sagen. Trotzdem bewege ich mich gerne in dieser Szene, denn auch hier gibt es Ausnahmen und dieser Typ Mensch sagt mir zu. Ich mag diese „Chameleons“, wie ich auch eines bin.

(*) Entwurf vom 28.05.2012, Fertig geschrieben am 10.09.2012 – leider sind meine Strandferien schon vorbei!

Aargauer Nummernschild

Nein. In diese Kolumne geht es nicht um die Aargauer! Also wieder alles ausser Gefahr. Oder doch nicht?! Ich bin jetzt über zwei Jahre Single und schreibe hier auch diese Zeilen schon fast so lange. Das ist meine Rekordzeit als Single. Es wird langsam gefährlich.

Das Entdeckungsfieber ist kleiner geworden, der Ausgang weniger, der Freundschaftskreis vorhanden und Bettgefährtinnen gibt’s auch in meinem Leben. Jeder Langzeitsingle kennt das. Die „Mödelis“ fangen sich einzuprägen. Ich schlafe im Bett links oder manchmal quer. Die Zahnbürste gehört ins rechte Glas, die Zahnpasta Marke ist dieselbe geblieben. Die Clubs, die Bars, die Restaurants bleiben die gleichen, wenn nicht gerade etwas Neues aufmacht in der Stadt. Das Wochenabendprogramm wird bestimmt durch Feierabendbierchen mit Freunden, durch das eine oder andere Date und durch das TV-Programm mit denselben Serien.

Scheisse, wenn ich das jetzt so durchlese, wird mir klar, dass ich jetzt eigentlich genau so Lebe, wie es mir gefällt und ich zufrieden bin mit dem aktuellen Zustand. Die grosse Frage ist jetzt, wo ist da noch Platz für eine zukünftige Lebenspartnerin?