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Kirche Sava in Belgrad

Kirche Sava in Belgrad

Seit genau einer Woche wohne ich nun hier. Nach meinem kurzen Aufenthalt vor knapp zwei Monaten bin ich wieder hier und nun gilt es ernst. Die ersten paar Tage gingen schnell vorbei. Die Wohnung fertig einrichten, das nötigste dazu einkaufen, auspacken und einräumen. Ein grosses DANKE an meine Vermieterin. Sie hat an fast alles gedacht. Getränke, Kaffee, Wein und sonstige Kleinigkeiten wie Toilettenpapier, Servietten, etc. hatte sie schon gekauft.

Danach jagte ein Meeting das andere. Ich mache ja keine Ferien hier sondern will hier eine weitere Firma aufbauen. Dazu wie immer, kein grosse Erzählungen – das hier ist ja kein Wie-gründe-ich-eine-Firma-Blog.

Die ersten paar Tage hatte ich recht Mühe mich zu orientieren und hatte ein wenig Angst mich zu verlaufen, die Stadt ist im Vergleich doch viel grösser als Zürich (zwei Millionen Einwohner). Aber Jelena hat mir immer mehr und mehr gezeigt und dank dem Handy und Google Navigation finde ich mich unterdessen wunderbar zurecht.

Am Samstag war ich das erste Mal unterwegs im Ausgang. Zuerst waren wir lecker essen in einem modernen IN-Restaurant (… für ca. 50 Euro, inkl. Apero, Getränke und Wein), danach etwas trinken und dann ging es um 1 Uhr Nachts weiter. Am ersten Samstag wollte ich mir zuerst einmal die River Boats anschauen. Das sind Schiffe bzw. Plattformen welche hier im Fluss schwimmen und auf welchen der Bär los ist. Es gibt verschiedene Boats = verschiedene Clubs und Musikrichtungen. Vom lokalen Eurodance bis zum Hip Hop ist hier alles zu finden. Nach Jelena wären auf dem Eurodance die meisten Frauen gewesen, leider war dieser Abend Members only (… auch das betteln mit „Ich-bin-Schweizer-Tourist-und-will-hier-rein“ half nichts). Wir waren zuerst auf dem Elekro Boat (Plastic Light), da hatte es aber fast nur Männer (die Frauen mögen hier scheinbar kein Elektro). Das hat mich verwundert, da es 6x mehr Frauen als Männer gibt hier in Serbien – das fällt einem vor alle auf den Strassen auf (viele Männer sind im Krieg gefallen). Hip Hop ist nicht mein Ding, wir sind dann auf dem freestyler Boat gelandet und haben uns einen Tisch ergattert. Kaum hatten wir unser Getränk, ist da ein grosser Serbe mit seinen zwei „Freundinnen“ aufgetaucht. Der Tisch war reserviert aber sie waren nett und haben ihn mit uns geteilt und er meinte „Welcome to Serbia“) Wir sind nicht schlau daraus geworden, ob der da nun einen Dreier mit denen hat oder was auch immer. Sein Handy ist jedenfalls den ganzen Abend auf Hochtouren gelaufen mit SMS von anderen Frauen – die beiden hat das aber nicht gestört. Nach Jelena ist das eben ein Problem mit den Männern hier. Haben sie einen Status und Geld, wollen sie keine Beziehung sondern einfach nur „rumficken“. Da bleibt den intelligenten und Nicht-Tussigen Serbinnen nicht mehr viel übrig… darum sind auch viele mit Ausländer zusammen. Es war ein lustiger Abend, meine Ohren waren danach fast taub – ein Dezibel-Limit kennen die hier nicht. Was es noch zu erwähnen gibt sind die fast halbnackten Tänzerinnen. In der Schweiz würde man diese Hochkant rausschmeissen oder gar nicht angaschieren. Sie hatten nur 2-3 Moves drauf, die meiste Zeit haben sie mit ihren eingeölten Ärschen gewackelt ;)

Was mir sonst noch aufgefallen ist:

  • Es gibt hier keine wirklich dicken Frauen (… am Essen kann es nicht liegen, das ist sehr fettig. Jelena meint: Serbischer Sport = viel Sex)
  • Selten bin ich mir so klein gegenüber Frauen vorgekommen (… nein, es sind nicht nur die Absätze!)
  • Frauen rauchen hier diese „Frauenzigaretten“ (… ist wohl weiblicher – wichtig hier)
  • Anstatt auf den Hundekot auf den Boden zu schauen, lieber nach oben schauen (… da laufen die Klimageräte aus und besauen einem)
  • Das Leben ist für unsere Verhältnisse sehr günstig. Meine 2.5 Zimmer Wohnung kostet inkl. allen Nebenkosten um die 400 Euro in einem der besten Viertel – was teuer für hier ist (… denn ein normaler Durschnittslohn beträgt genau diese 400 Euro)
  • Es ist hier friedlicher und ungefährlicher hier als in der Schweiz. Ich fühle mich hier extrem sicher (… die ganzen gewaltbereiten Jugos sind wohl bei uns in der Schweiz „Hey Mann, was luegsch mi a?!“)
  • Schuhe und Kleider für Männer zu finden gestaltet sich schon fast schwierig (… überall Frauenkleider & Schuhe – woher die Männer nur alle ihre Kleider haben?!)
  • Frauen mögen hier scheinbar keine BH’s und tragen gerne Trainerhosen (… das gibt vor allem wenn es warm ist und sie schwitzen ganz spannende Ausblicke & Cameltoe’s *g*)

Was man hier nicht tun sollte:

  • Ein Auto mieten (es gibt zwar Verkehrsregeln, aber die interessieren hier niemanden gross)
  • Auf den Vortritt auf dem Fussgängerstreifen beharren (siehe der selbe Grund oben)
  • Dem Taxifahrer vertrauen („Please turn on your Taximeter!“)
  • Frauen anquatschen, welche den Freund dabei haben (… das mögen die Männer gar nicht)

Das mit den schönen Frauen wiederhole ich schon gar nicht mehr! ;) Was mir im Moment noch zu schaffen macht ist die Sprache. Ausser ein paar wenigen Floskeln habe ich noch keine Ahnung von der Sprache. Mit Englisch kommt man nicht wirklich durch, nur die Jungen sprechen es. So ist man ein richtiger Aussenseiter, dass ist eine ganz neue Erfahrung für mich und das gefällt mir gar nicht ;/

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Ich war am Freitagabend (… DER Ausgangsabend in Zürich, Samstag geht gar scheinbar nicht… da ist die Stadt voll mit „Ausgangstouristen“ *g*) wieder einmal in Zürich im Ausgang mit Frau F. Ihr kennt sie noch nicht. Ich habe aber schon seit längerem das Vergnügen mit ihr (… alles kann ich nicht verbloggen – die Zeit ist zu knapp). Das Programm. Zuerst lecker Essen & ein paar Drinks im Ami-Restaurant, danach Bar-zu-Bar im Dörfli… aber was ist das?

Stoppt das Leben

Quelle: sxc.hu (Sundstrom)

Es ist 22 Uhr. Im Rosenhof fängt die Strassenband an zu packen, es gibt keine Musik mehr. Die Bars dürfen schon lange keine Outdoor-Lautsprecher mehr haben – und um Mitternacht ist dann endgültig Schluss. Psst! Polizeipatrouillen laufen durch das Dörfli und passen auf, das Ruhe und Ordnung herrscht (… sie versuchen es jedenfalls).

Ein staatlich verordnetes

Gehen Sie jetzt nach Hause, hier gibt es nichts mehr zu sehen und der Spass ist vorbei. Gute Nacht!

Danke. Danke liebes Weltstadt Zürich.

In diesen Momenten wird mir immer wieder klar, was mich hier (unter anderem) stört. Es ist schön eine perfekte Infrastruktur zu haben, fast alle anderen Möglichkeiten und ein gutes Einkommen zu haben – aber die Life-Work-Balance ist (wird) hier definitiv gestört.

Mir ist klar, dass dieser Ausgangsspass auf die Kosten der Anwohner geht. Also was tun? In den Kreis 4 gehen und weiter Party machen? Noch geht das. Nur im Moment findet auch dort ein Wechsel statt. Aus diesem Quartier wird immer mehr eine IN-Wohngegend (Seefeldisierung) – und dann? Dann werden die Neu-Einwohner genau das selbe Theater (… wir wohnen hier, wir wollen schlafen) veranstalten wie hier im Dörfli.

Warum geht es nicht miteinander? Berlin, Hamburg, etc. machen es uns vor… Es gibt es schon komische Menschen. Wenn man in ein solches Quartier zieht oder in einem solchen lebt, sollte man sich im Klaren sein, was das für Auswirkungen am Abend hat. Zentral, im IN-Quartier leben und keinen Lärm haben Nachts, das ist eine Illusion. Das selbe Thema am Flughafen. Ja, da hat es günstige Wohnungen im Glattal. Aber es hat da auch viele Flugzeuge, welche nicht gerade leise sind!

Das ist normaler Menschenverstand und genau dieser fehlt hier (… bei den Behörden sowie auch auch bei vielen Menschen). Keine Musik mehr draussen, keine Openair-Bars mehr an der Streetparade. Grillieren am See? Fast verboten. Über das Rauchen schreibe ich schon gar nicht mehr. Was kommt als nächstes? Rauchfreie Parks wie in den USA? Oder bald ein Verbot öffentlich Musik zu machen, zu tanzen und zu lachen (… im Iran ist da so)?!

Wie eine gute Stadtzürcher-Freundin von mir sagt: Zurich is so boring! – und sie ist wohl nicht die Einzige mit dieser Meinung.

PS: Das war eine Momentaufnahme. Es gibt zum Glück auch ein paar verstecke Ecken in Zürich, wo man das alles noch tun kann… diese „Oasen“ geniesse ich dann auch sehr. Im Allgemeinen mag ich Zürich ;)

PPS: Ein weiteres aktuelles Beispiel. Die Schnaps-Idee von unserer Bundesrätin Frau Schlump(fin) für die neue Alkohol-Lenkungsabgabe. Das wird gar nichts bringen. Ausser mehr Geld in die Bundeskasse.

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